Homöopathie als Urprinzip

Homöopathie als Urprinzip

Was man heilen nennt…

Aus unserer Sicht ist Homöopathie nach wie vor eines der geeignetsten Heilverfahren, um insbesondere chronisch gewordene Erkrankungen zu behandeln und tatsächlich zu heilen.

Um das Wissen um die Homöopathie als alternatives Heilverfahren zu verbreiten und damit einen ernsthaften Ersatz für die kostenintensive Pillenmedizin mit all ihren Nebenwirkungen anzubieten, stellt die Gesellschaft für Naturheilkunde (GfN) unterschiedliches Studienmaterial in Form von Videos, Artikeln, Vorträgen, Seminaren und Büchern zur Verfügung.

Die Gesellschaft für Naturheilkunde Deutschland e.V. (GfN) ist als gemeinnütziger Verein auf Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns über jede Spende.

Weiterhin freuen wir uns, Ihnen auf dieser Seite den gekürzten Nachdruck (ÜberLeben 1987) eines Vortrages von Thorwald Detlefsen präsentieren zu dürfen, der schon damals einen hervorragenden, leicht verständlichen und heute noch gültigen Einblick in die Denk- und Wirkungsweise der Homöopathie liefert.

Thorwald Detlefsen: HOMÖOPATHIE ALS URPRINZIP

(mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Krankheit als Lernprozess

Krankheit ist nicht nur lästiges Übel, das zufälligerweise aus irgendwelchen materiellen organischen Gründen über den Menschen gestülpt wird, sondern Krankheit ist Ausdrucksmittel des Schicksals. Auch Schicksal ist keine Zufälligkeit, sondern etwas vom Menschen selbst Erarbeitetes und Krankheit als negative Form, Schicksal zu erleben, meist nur eine Aufforderung, irgendein Grundprinzip zu erlernen, zu erlösen und damit auch ein Kennzeichen, dass man dieses Prinzip bisher in seinem Bewusstsein noch nicht integriert hat, noch nicht voll begriffen hat.

Schulmedizin hat eine ganz bestimmte Art und Weise, mit Krankheit umzugehen, wobei hier schon die Worte etwas unterschieden werden müssen, denn sind es wirklich die Krankheiten, die die Schulmedizin behandelt? Oder gibt es überhaupt im eigentlichen Sinne Krankheit im Plural?

Meine esoterische Sicht: Krankheit eigentlich gibt es überhaupt nicht, sondern nur einen Menschen, der als Mensch krank ist, Von der Blinddarmentzündung bis zur Erkältung, bis zum Krebs: nicht das verdient eigentlich das Wort Krankheit, sondern das sind lediglich, Symptome. Im korporalen Geschehen können immer nur Symptome auftreten, auch im Psychischen. Krank ist etwas ganz anderes.

Krank kann immer nur der Mensch sein, er ist entweder krank oder er ist nicht krank. Er ist krank oder gesund, unabhängig davon, wie sich die Krankheit im  Äußeren manifestiert, d.h. wir müssen unterscheiden zwischen Krankheitssymptomen als Ausdrucksmittel des Krankseins, die die Schulmedizin primär behandelt und vielleicht nur ausschließlich kennt, und dem, was wir das Kranksein eigentlich nennen, mit einem sehr metaphysischen Aspekt.

Die Schulmedizin geht in ihrer Denkform weit zurück. In der Antike finden wir einen Bruch im medizinischen Denken. In den Heilstätten der Asklepiaden z.B., priesterlichen Heilstätten, in denen Kranke geheilt wurden, hatte Kranksein einen noch ganz anderen Sinn, und zwar den Sinn, der ich hier ins Bewusstsein rufen möchte: Kranksein als eine Erzürnung Gottes oder der Gottheiten und Heilung als ein Aussöhnen mit den Gottheiten.

Das war priesterliche Medizin.

Es gab einen Bruch, als man anfing, Krankheiten als etwas Funktionales zu sehen, als eine äußere Störung und nur noch den äußeren Ablauf der Krankheiten, besser gesagt, dem der Symptome studierte und versuchte, dort entgegen zu wirken.

Und so kennen wir heute in der Medizin den Begriff der Allopathie, der ursprünglich zurückgeht auf das Griechische „allos“, „das andere“, und die Art und Weise des Wirkens versteht, durch Gegenmittel, „per contraria“, durch „das andere“, d.h., entgegengesetzte Prinzip, dem was unerwünscht als Symptom auftritt, entgegenzuarbeiten.

Wenn wir in die Terminologie der Medizin hineinhören, sollte uns sprachlich etwas auffallen. Man kämpft gegen Krankheiten. Man hat dort den Kampf gegen die Seuchen gewonnen und ist dort noch im Kampf gegen den Krebs. Man hat einen Wettlauf mit dem Tode hinter sich, konnte im Einzelfall den Tod besiegen, usw. Wenn Sie einmal in diese Terminologie hineinlauschen, dann müsste doch auffallen, dass wir es hier ausschließlich mit einer aggressiven Sprache zu tun haben, d.h. Medizin sieht in der Krankheit und schließlich auch im Tod ihren größten Feind. Und sieht die Aufgabe darin, mit Gegenmitteln – per contraria – dagegen zu kämpfen, Und ist deswegen gefangen genommen in einer kriegerischen Haltung des Kampfes und des Siegen-Wollens.

Wenn wir uns erinnern an die Begriffe über Widerstand und in Harmonie gehen, Aussöhnen, usw. und auf dieses Problem übertragen, dann ist es kein gutes Zeichen, dass die Medizin eine so aggressive Terminologie besitzt. Denn es zeigt, dass die Medizin mit dem Bereich, den sie sich zur Aufgabe gestellt hat, nicht ausgesöhnt ist. Wie kann man als Mediziner gegen Krankheiten kämpfen, einen Tod besiegen wollen? Wie kann man sich um Krankheit überhaupt kümmern können, wenn man sie als Feind empfindet, wenn man ihr feindlich gegenübersteht? Man kann dann nie erwarten, dass man überhaupt jemals Kranksein als solches begreifen kann.

Denn wie wir aus dem täglichen Leben wissen, kann man nur denjenigen verstehen und lieben lernen, und damit auch wirklich begreifen, mit dem man ausgesöhnt ist. Und so lange Sie mit einem Menschen kämpfen, so lange Sie nicht seine positiven Seiten entdecken, werden Sie ihn nicht begreifen können. Erst wenn Sie sich mit ihm aussöhnen, ist die Basis gelegt, dass Sie ihn begreifen, verstehen und dann auch integrieren können. Und so halte ich es für ein gefährliches Zeichen in der Medizin, dass sie auf Widerstand mit dem Kranksein steht und einen Kampf aufzieht.

Das ist ein Zeichen dafür, dass die Medizin vom Kranksein zwangsläufig relativ wenig verstehen muss, denn sie nimmt sich selbst die Möglichkeiten. Ich glaube es ist notwendig, das man hier durch Umdenken lernt.

Zweifellos sind wir alle in vielen Fällen sehr dankbar, auch schulmedizinische Hilfe zu bekommen. Nur, all das, was die Schulmedizin im Großen und Ganzen anbietet, geht über den Rahmen der Hilfe meistens nicht hinaus.

Den Begriff Heilung zu strapazieren, halte ich für sehr gefährlich, oder schizophren. Denn wer heilt, wirkt nicht dort, wo man Symptome beseitigt, Symptome bekämpft.

Um das mit einem Beispiel zu sagen: bei einer Gefriertruhe mit einer eingebauten Warnanlage leuchtet dann, wenn die Temperatur in der Gefriertruhe extrem ansteigt, ein rotes Lämpchen auf; Sie sehen dieses rote Lämpchen und schrauben das Birnchen locker, es erlischt – und Sie verkünden strahlend und stolz: Sie haben die Gefriertruhe repariert!, so wirkt das in unseren Breiten wohl lustig. Keiner hätte den Mut, das als großartige Reparatur bekannt zu geben. Was auf dieser Ebene niemandem einfallen würde, geschieht täglich in der Medizin.

Der Körper zeigt ein Symptom als Anzeichen dafür, dass der Mensch – und ich meine nicht seinen Körper -, dass der Mensch krank ist. Und nun versucht man möglichst schnell, dieses Symptom zum Verschwinden zu bringen, ob man es unterdrückt oder wegschneidet im buchstäblichen Sinn, man versucht das Symptom in seinem Auftreten unmöglich zu machen, zu hindern und verkündet dann, der Mensch sei geheilt. In Wirklichkeit hat man nur den Ausdruckswert seines Krankseins beseitigt, aber er ist weiterhin krank.

Weswegen er sich ein neues Ausdrucksmittel suchen muss, um sein immer noch unabänderliches Kranksein neu zu signalisieren, neu au zudrücken. Und so kommt  es dann zu dem, was man unter dem Begriff der Symptomverschiebung überall kennt, aber bei der immer weiter fortschreitenden Spezialisierung in der Medizin natürlich immer unentdeckter bleibt, immer unauffälliger wird.

Wir glauben, dass Heilung ein Begriff ist, der sehr anspruchsvoll ist. Heilung hat etwas mit Heil zu tun. Hat etwas mit heiler werden, ganzer werden zu tun, hat etwas mit Heiligung zu tun. Und deswegen ist und bleibt aus meiner Sicht Heilung immer eine Sache der Religion und ganz bestimmt nicht der Medizin.

Zum Verständnis von Homöopathie

Mit diesem Vorspann wollen wir uns dem zentralen Thema, der Homöopathie zuwenden, die zwar nicht unbekannt ist – als Wort oder als Begriff – aber ganz bestimmt sehr unverstanden ist, obwohl sie schon sehr alt ist; sie geht zurück auf einen Arzt namens Samuel Hahnemann.
Er lebte 1755-1843, und entdeckte – das Wort ist nicht ganz stimmig -, entwickelte in einer gültigen Form ein Prinzip des Heilens. Er entdeckte es nicht, denn es gibt keine Erfindungen. Geniale Menschen können nur etwas finden, was da ist und nicht erfinden.
Und so entwickelte er als ein Eingeweihter, von der Natur initiierter Arzt, ein Heilsprinzip, das vorher nicht unbekannt war, aber das er zu seiner besten Gültigkeit heranführte, die bis heute nicht übertroffen werden konnte: die Homöopathie.

Homöopathie ist seitdem Streitpunkt zwischen den Lagern und der Grund, warum ich die Homöopathie hier in den Mittelpunkt meiner Betrachtungen stelle, sind verschiedener Art.

Erstens hat der Entwurf und die Verabschiedung eines neuen Heilmittelgesetzes, das den europäischen Normen angepasst wurde, in den letzten Jahren mindestens in Deutschland zu einer starken Auseinandersetzung um das Thema Homöopathie geführt, denn die ersten Gesetzentwürfe waren so strukturiert, dass die Homöopathie bald zu Grabe getragen werden musste, wenn man sich nicht entsprechend gewehrt hätte.

Diese Erscheinung ist bestimmt keine Einzelerscheinung, bestimmt nicht national gebunden, denn z.B.in Schweden ist Homöopathie so verboten, dass Ärzte, die eine Anzahl von unheilbaren Fällen homöopathisch geheilt haben, um die Möglichkeiten von Homöopathie zu demonstrieren, dafür bestraft wurden mit der Bemerkung, es interessiere hier nicht, ob sie geheilt hätten, es interessiere nur, dass sie Homöopathie begangen hätten, und das ist verboten. In Frankreich sind die Hochpotenzen der Homöopathie bereits auch verboten; das ist nicht so schlimm, weil man die Potenzen in höheren Bereichen nicht mehr unterscheiden kann, und die wahren Homöopathen damit weiterarbeiten können.
Aber die Tatsache, dass ein gewisses Unverständnis der Homöopathie gegenüber zu immer mehr Einschränkungen auf diesem Gebiet führt, halte ich für einen Anlass, sich an die Öffentlichkeit zu wenden und dort für diese perfekteste Art zu heilen, und wirklich zu heilen, das Verständnis aufbereite.

Mit auffallender Unbelehrbarkeit wird jedes Jahr im Fernsehen immer das regelmäßig gleiche Beispiel demonstriert, wie man auf kleinem kleinen Kahn, entweder auf den Bodensee oder die Nordsee, – das ist der einzige Unterschied der verschiedenen Sendungen -, mit einem kleinen Fläschchen eines Arzneistoffes in der Hand und draußen auf dem See ein paar Tropfen in den See schüttet, symbolisch mit einem Stab umrührt, und sagt, wenn wir nun am anderen Ufer wieder ein Fläschchen Wasser herausnehmen, dann wäre das in der Homöopathie eine D30 eines Mittel.
Trotz ewiger Richtigstellungen von Seiten der Homöopathen wird dieses falsche Beispiel – wie wir gleich sehen werden – mit selbiger Regelmäßigkeit immer wieder vorgeführt. Danach wird gefordert, es wäre doch endlich Zeit für den Gesetzgeber, mit einem Gesetz diesen Betrug und diesen Unfug zu verbieten, somit in der Öffentlichkeit einseitig Stimmung gemacht.
Demgegenüber wollen wir auf der Basis einiger Überlegungen aufzeigen, dass es gar nicht so schwierig ist, Homöopathie zu verstehen.

Der nächste Grund, warum ich Homöopathie behandle, ist, dass Homöopathie weit hinausgeht über den engeren Bereich der Heilkunst, und uns ein Urprinzip demonstriert, nach dem im Grunde das ganze Universum funktioniert. Und um dieses Prinzip kennen und verstehen zu lernen, lohnt sich für jeden die Auseinandersetzung mit dem Grundgedanken der Homöopathie und wir werden sehen, dass Homöopathie die mikrokosmische Nachbildung des makrokosmischen Gesetzes ist.

Was macht nun Homöopathie so unglaubhaft in den Augen der Außenstehenden, der Schulmediziner? Das sind vor allem zwei Punkte.

Der erste betrifft die Arzneimittelherstellung, auf die wir kurz eingehen, sonst können wir nachher das Gesagte nicht verstehen. Die Homöopathie hat eine bestimmte Art, Arzneimittel herzustellen. Der Ausgangstoff kann irgendein Stoff sein, wie man ihn in der Natur vorfindet, eine Pflanze, ein Mineral, ein Tier oder ein Gift. Das wurde und wird in der Zwischenzeit ausgeweitet auch auf andere künstliche Produkte, Gifte, Krankheitserreger und heißen Nosoden. Wir nehmen für unser Beispiel irgendeine Pflanze z.B. Belladonna, die Tollkirsche.
Nach den Vorschriften des Apothekerbuches wird daraus eine Tinktur hergestellt, ein Pflanzensaft. Diese Tinktur nennen wir die Urtinktur, sie bildet den Ausgangsstoff für unser homöopathisches Arzneimittel. Nun folgt eine eigenartige, für viele unverständliche rituelle Aufbereitung eines homöopathischen Arzneimittels. Sie nehmen von dieser Urtinktur Belladonna einen Teil, sei es ein Gramm, ein Tropfen oder ein gram, und geben dazu neun Teile Lösungsmittel.

Lösungsmittel ist relativ unbestimmt, man nimmt allgemein Alkohol. Sie können auch Wasser nehmen; bei Alkohol ist nachher das Endprodukt haltbar, sonst hat das keine tiefsinnigeren Gründe.

Es gibt auch eine feste Art der Herstellung mit Milchzucker; das Lösungsmittel spielt keine Rolle. Wir geben zu unserer Urtinktur neun Teile Lösungsmittel und verschütteln dies zusammen nach einer vorgeschriebenen Anzahl von Schüttelschlägen.
Daraufhin kommt auf diese Flasche ein Zettel mit der Aufschrift Belladonna D1. D1 heißt erste Dezimalpotenz, weil wir im Verhältnis von 1: 10, d.h. 1 auf 9 verdünnt haben. Von dieser Belladonna D1 nehmen wir wieder einen Teil zu neun Teilen Lösungsmittel, verschütteln wieder; und auf dieses Fläschchen kommt die, Aufschrift Belladonna D2. Wir erhalten, wenn wir mitrechnen, ein Verhältnis von einem Teil Belladonna zu 100 Teilen Lösungsmittel.
Von diesem Belladonna D2 nehmen wir wieder einen Teil plus neun Teile Lösungsmittel, verschütteln und kommen zu Belladonna D3, entsprechen einem Verhältnis von 1:1.000. Wir nehmen einen Teil Belladonna D3, geben dazu neun Teile Lösungsmittel, verschütteln und bekommen Belladonna D4, also die 4. Potenz, in einem Verhältnis von 1:10.000.

Die Zahl gibt die Nullen hinter der 1 des Lösungsmittels an.
Wenn wir immer so weiter verfahren, entstehen Potenzen von  D5, D6; D6 ist bereits im Verhältnis von 1:1.00.000, D7 von 1:10.000.000, D30 und so weiter.
Sie sehen, mit welch rasender Geschwindigkeit wir uns hier lösen von der eigentlichen Tinktur. Es ist also äußerlich betrachtet immer weniger „drin“; deswegen auch der Ausdruck kursiert, Homöopathie wäre eine Heilmethode mit Arzneimitteln, wo nur ganz wenig drin wäre, oder mit so hohen Verdünnungen. Wir werden sehen, dass dies so nicht richtig ist.

Die D30 ist also die 30. Potenz, mit der ihr Entwickler Hahnemann fatale Krankheiten geheilt hat.
Das entspräche aber einem Verhältnis von Urtinktur zu Lösungsmittel von 1:1 mit dreißig Nullen. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man eine solche Zahl ausspricht und verbal nennt.

Manche Mathematiker sagen „halt!“, hier stimmt schon etwas nicht. Dieser eine Teil der Urtinktur ist in Wirklichkeit nicht mehr existent. Bei einer D30 ist nur noch Alkohol drin. Da ist von dieser Belladonna überhaupt nichts mehr drin, ja mit Sicherheit nicht einmal mehr versehentlich ein einziges Molekül oder Atom Belladonna vorhanden. Das ist sicher, denn es gibt einen Grenzwert, die sogenannte Los’schmidtsche Zahl, wonach ab der D 24 kein Atom der Ursubstanz mehr vorhanden sein kann. Arbeiten wir also mit einer D30, dann ist halt schlicht nichts mehr drin, d.h. die Aufschrift scheint zu lügen. Es steht drauf Belladonna, es ist keins drin.

Wenn nun ein Journalist besonders wissenschaftlich sein will, kauft er sich von verschiedenen Mitteln in der Apotheke ein Fläschchen D30, und lässt es mit modernsten Apparaten bis in die Atomstruktur durchanalysieren, und siehe, es ist nichts drin von dem, was draufsteht. Es ist überall das gleiche drin, Alkohol mit einigen Unreinheiten aus dem Glas oder sonst woher. Und hier scheint nun der Betrug entlarvt zu sein, denn mit diesen Potenzen wie D30 arbeiten die Homöopathen, ja es kommt noch schlimmer: sie hören bei der D30 noch nicht einmal auf. Sie potenzieren schrittweise weiter, so lange, bis es sogar Mittel gibt, die dann die Aufschrift D200 tragen, oder D500 oder D1.000 oder D10.000.

Sich vorzustellen, was das eigentlich bedeutet: ein Verhältnis von 1:1 mit 10.000 Nullen!
Hergestellt in zehntausend Potenzierungsschritten. Das ist ganz unglaublich.
Und witzig für einen Außenstehenden, der sagt, wofür die Arbeit. Ab der D24 schüttelt ihr ständig immer nur Alkohol weiter. Warum der ganze Aufwand? Noch eigenartiger wird es für den Außenstehenden, wenn man betrachtet, wie die Dosierung vorgenommen wird.

Es gibt die einzelnen Mittel in den verschiedensten Potenzen, nicht in jeder einzelnen von 1 bis 10.000; es gibt keine 9738. Potenz, sondern es gibt ganz bestimmte Schritte, die man kaufen kann. Die mittleren und niederen Potenzen kann man ziemlich alle kaufen, als nächstes die D30, dann meist schon die D200, die D500, D1.000 und D10.000. Die einzelnen Schritte müssen bei der Herstellung zwar genau befolgt werden, aber der Apotheker hat natürlich nicht von jedem Kittel zehntausend Fläschchen vorrätig, in jedem einzelnen Zwischenschritt.

Die Dosierung eines solchen Arzneimittels sieht dann folgendermaßen aus: bei den unteren Potenzen, also D3, D6, D12, wird Ihnen der Arzt stündlich eine Gabe verordnen. Eine Gabe in der Homöopathie  sind immer 7 Tropfen oder Globuli, das sind kleine Milchzuckerkügelchen. Bekommen Sie ein Mittel in der D30, dann wird er Ihnen bestenfalls sagen, einmal pro Tag. Bekommen Sie ein Mittel in der D200 – wo, so witzig es eigentlich klingt, noch weniger drin ist, was natürlich nicht stimmt, denn bei der D30 war ja schon nichts drin – , dann dürfen Sie nur noch eine Gabe einmal nehmen. Die nächsten sechs Wochen dürfen Sie überhaupt nichts mehr nehmen. Und im Grunde kriegen Sie dasselbe Arzneimittel nie mehr in Ihrem ganzen Leben, seltene Fälle ausgenommen.

Das ist für unser Bewusstsein eigenartig, wo wir gewohnt sind, täglich pfundweise Kapseln und Tabletten zu schlucken. Nun kommt  man zu einem Arzt mit einem chronischen Leiden, das man seit 30 Jahren hat und gerne loswerden möchte, und der Homöopath hat die Frechheit, von einer Arznei nur ein oder zwei Tropfen zu geben, und nicht einmal zu sagen, wie das Mittel heißt, man kann es nicht kaufen, man kann es nicht täglich nehmen; man bekommt einmal zwei Tropfen und dann heißt es, kommen  Sie nach sechs Wochen wieder. Und dann erfährt man noch aus dem Fernsehen, dass in diesem Mittel überhaupt nichts drin ist.

Es ist also verständlich, dass die Homöopathie auf nicht so hohe Begeisterung in der Öffentlichkeit stößt, und dass auch die Schulmedizin damit nur sehr wenig anfangen kann. Um einige Dinge, die ich angerissen habe, noch zu vervollständigen: statt dem Verschütteln über die flüssige Form gibt es eine andere Möglichkeit der festen Herstellung. Man ist gezwungen dazu bei allen Ausgangsstoffen, die nur in fester Form vorliegen und nicht lösbar sind,    wie z.B. einige Metalle.
Bei den sogenannten Verreibungen wird mit Milchzucker als neutralem Stoff im Verhältnis 1:9 im Mörser verrieben und entweder zu kleinen Tabletten gepresst oder zu kleinen Kügelchen, sogenannten Globuli hergestellt. Außerdem kann man flüssige Arzneimittel auf diese Globuli aufsprühen und damit in einer festen Form  weitergeben. Die Art er Weitergabe ist unwesentlich.

Nachzutragen ist auch, dass es nicht nur D-Potenzen gibt, also Dezimalpotenzen, sondern – und das ist sogar die ursprünglichere Form – C-Potenzen. C-Potenzen sind Centesimalpotenzen und werden bei jedem einzelnen Schritt mit 99 Teilen Lösungsmittel potenziert. Das heißt, dass wir bei Centesimalpotenzen noch schneller aus dem materiellen Bereich herauskommen und nicht erst bei der D24, sondern schon bei der C12 mit Sicherheit kein Atom mehr des Ausgangsstoffes in unserem Arzneimittel drin ist.

Hahnemann entwickelte kurz vor seinem Tod noch sogenannte LM-Potenzen, das sind Quinta-Centesimal-Potenzen; dort wird in Schritten von 1:50.000 über  einen etwas komplizierteren Weg potenziert. Diese Mittel entsprechen den Hochpotenzen in ihrer Art und haben einige Vorzüge in der Therapie, die hier nicht so interessant sind.  Für uns ist etwas ganz anderes wichtig.
Was ist los mit diesen Arzneimitteln? Der Schulmediziner sagt, sie können natürlich nicht wirken, denn wo nichts ist, da kann nichts wirken; da kann ich jedem einen Schluck Alkohol geben und das Experiment wird zeigen, davon wird man nicht gesund.

Placebo-Effekt bei Homöopathie?

Oder es kommt ein Effekt dazu, der Glaube?
Die Medizin kennt den Begriff des Placebo-Effektes. Man möchte nun gerne die Homöopathie mit diesem Begriff Placebo-Effekt abspeisen, Autosuggestion, Fremdsuggestion, Placebo-Effekt, das wären die Mechanismen, die innerhalb der Homöopathie dafür sorgen, dass es vielleicht hie und da tatsächlich zu einer Heilung kommt.

Abgesehen von diesem Placebo-Effekt, kann natürlich die Homöopathie ansonsten nicht wirken. Daneben mag es Spontanheilungen geben, die gutgläubige Homöopathen, sowohl Arzt wie Patient auf ihr Konto schreiben. Es ist nicht Aufgabe und Sinn meines Referates, die Homöopathie zu beweisen. Dazu habe ich schlicht keine Lust. Homöopathie zu beweisen, halte ich für völlig überflüssig, die Homöopathie beweist sich seit 2 Jahrhunderten von selbst.

Es gehört viel Mut dazu, Ärzten, die seit 30 Jahren ihre Praxis mit Homöopathie und zwar ausschließlich mit Homöopathie führen – und es gibt eine ganze Anzahl – vorzuwerfen, sie würden ihre gesamte Praxis seit 30 Jahren mit Spontanheilungen und Placebo-Effekten führen. Wenn dem so wäre, dann müsste man eigentlich sagen, die Schulmediziner sind richtig dumm. Und blöd.
Warum machen sie das nicht auch?
Wenn das so einfach ist, dass man nur mit Placebo-Effekten, nur mit einem guten Glauben an die Dinge herangehen muss, ja warum haben dann nicht auch die Schulmediziner viel mehr Erfolge mit ihren Placebo-Effekten? Warum machen sie sich überhaupt so eine Mühe, wenn es so einfach ist, damit eine Praxis zu führen?

Nun kommt dazu, dass zu den Homöopathen – die wegen dem hohen Zeitaufwand, den die übliche Behandlung mit sich bringt, nicht auf Kasse, sondern privat arbeiten – oft Patienten kommen, wenn sie sowieso schon alles andere probiert haben und sowieso schon seit Jahren von einem Spezialisten zum anderen eilen. Nun ist die Frage, warum der Placebo-Effekt, das hohe Vertrauen, der große Glaube, gerade bei Homöopathen eintreten sollte, und vorher bei anderen Spezialisten nicht vorhanden war. Gerade der Homöopath wirkt für den Patienten eher unglaubwürdig mit seinen ein, zwei Kügelchen und dann nichts mehr!

Davon lässt sich der Patient normalerweise gar nicht so sehr beeindrucken. Also, diese Vorwürfe sind eigentlich schlicht unüberlegt dumm. Noch dümmer wird es natürlich, wenn man betrachtet, dass die Homöopathie auch eine sehr gute Veterinärmedizin kennt.
Und unter denselben Gesichtspunkten und denselben Mitteln arbeitet. Und nun die Frage ist, warum gerade Pferde und Kühe das Interesse haben sollten, die Homöopathie dadurch zu Erfolgen zu verhelfen, das sie nur aus lauter Glaube und Placebo-Effekt heraus gesund würden.

In der Zwischenzeit gibt es eine ganze Anzahl auch experimenteller Verfahren, um die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel auch in den hohen Potenzen sichtbar zu machen. Ich möchte nur Interessierte hin weisen auf die Messverfahren für qualitative Prozesse, das sind die Steigbildmethode oder die Kapillardynamolyse nach Kolisko; der Kristallisationstest nach Pfeiffer; die Elektroakupunktur mit dem Medikamententest nach Voll als bioelektronische Funktionsdiagnostik, bei der es mit einem elektronischen Geräteaufbau möglich ist, Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel und ihrer verschiedenen Potenzen auch messtechnisch zu erfassen.
Es liegt also genügend vor, um davon ausgehen zu können, dass die Homöopathie nicht irgendein Gedankengebäude ist, ein leeres, das keine Wirkung besitzt, sondern – und ich formuliere es bewusst in dieser Schärfe – eines der besten Heilverfahren ist, die wir heutzutage kennen und dass die gesamte Schulmedizin mit Sicherheit kein in der Wirkung adäquates Prinzip besitzt wie es die Homöopathie darstellt.

Die Schulmedizin hat – und ich streite damit nicht sämtliche Möglichkeiten der Schulmedizin ab – mit Sicherheit keine einzige Methode, die nur annähernd so gut ist wie die Homöopathie. Und von diesem Punkt gehe ich hier aus für unsere weiteren Betrachtungen.

Unterschied Information und Informationsträger

Was macht es also so schwierig, dieses Arzneimittel, das so verdünnt wurde, dass nichts mehr drin ist, zu begreifen?
Nun ein schlichter Denkfehler.
Man verwechselt allgemein zwei Dinge ständig.
Und zwar Information und Informationsträger.
Betrachten wir eine Tonband-Kassette: sie besteht aus einem Plastikgehäuse und einem beschichteten PVC-Band. Sie können mi t einer Kassette den Vortrag aufnehmen und mit einer anderen Beethovens 9. Dann haben Sie zwei Kassetten, eine mit dem Vortrag und eine mit Musik. Wir nehmen an, dass es zwei gleiche Kassetten sind.
Den Unterschied können Sie auf der materiellen Ebene überhaupt nicht feststellen. Geben Sie die beiden Kassetten einem Wissenschaftler mit dem Auftrag, sie bis in die Atomstruktur zu analysieren, so erhalten Sie im Analysenbefund, dass beide vollkommen gleiche Kassetten waren. Natürlich, das waren sie auch. Denn was der Wissenschaftler analysiert hat, war der materielle Bereich der Kassette und die Kassette ist ein Informationsträger. Was bei der Analyse der Kassette leider verloren gegangen ist, war die Information, die sie gespeichert hatte.

Oder, in einem anderen Beispiel, wir nehmen zwei Bücher, und machen uns sogar die Arbeit, von einem Buchdrucker und Buchinder zwei völlig gleiche Bücher herstellen zu lassen, im Sinne des Materialaufbaues, gleiches Papier, gleicher Leim, gleiche Druckerschwärze, gleicher Einband, usw.
In das eine Buch drucken wir die Bibel und in das andere das Telefonbuch von Salzburg.
Dann haben wir zwei gleiche Bücher. Die wissenschaftliche Analyse wird beweisen, dass es zwei gleiche Bücher waren. Was auch stimmt.
Trotzdem frage ich Sie, ob es Ihnen in einer einsamen Stunde völlig gleichgültig ist, wenn Sie das Telefonbuch von Salzburg in der Hand halten oder die Bibel.

Wir haben hier zwei Ebenen, die wir auseinanderhalten müssen, wenn wir von gleich oder nicht-gleich sprechen. Wir müssen auseinanderhalten, dass das Buch im materiellen Sinne Informationsträger ist, aber dass die Information, die von diesem Informationsträger repräsentiert wird, an sich immer nicht-materieller Natur ist. Information ist immer immateriell.

Was dazu führt, dass die Wissenschaft das eigentliche Wesen der Information nicht begriffen hat. Immer wenn ich etwas durchanalysiere, verliere ich die Information, weil unsere heutige Art zu analysieren auf die materielle Ebene abgestellt ist, und Information niemals materieller Form ist. Höchstens materiell gebunden auftreten kann, ja man kann sagen, Information tritt in unserem Bereich immer nur gebunden an Materie auf, weil wir sonst nicht mit ihr umgehen und sie weiterreichen können. Die Informationsträger selbst sind auswechselbar, die Information kann die gleiche bleiben bei verschiedenen Trägern.

Wir haben also einmal die Ebene der Information, sie kann auf verschiedene Träger übertragen werden und an verschiedene Träger gebunden werden. Und wir haben auf der anderen Seite die Ebene von Informationsträgern, auf die jeweils unterschiedliche Informationen aufgebracht werden.

Wenn wir diese beiden Ebenen einmal trennen, dann sind wir in unserem Verständnis schon relativ weit. Für das spätere Gleichnis noch einen Schritt weiter: wir nehmen wieder das Beispiel Buch. Eigentlich ist das, was in einer Buchhandlung vor sich geht, ein „reines Betrugsunternehmen“, aus der Sicht der Homöopathie Gegner.

Warum Ärzte Buchhandlungen nicht verklagen, ist nicht ganz einleuchtend. Denn dort werden lauter Bücher, die materiell gleich oder ähnlich sind, verkauft mit betrügerischen unterschiedlichen Aufschriften. Da stehen überall unterschiedliche Titel drauf, obwohl alle nur aus Papier, Leim und Leinen bestehen.

Dort macht man nicht den Vorwurf. Dort ist man sich klar darüber, dass unterschiedliche Inhalte drin sind. Bei der Homöopathie macht man genau diesen Vorwurf.

Man sagt, ihr verkauft doch verschiedene Flaschen, da steht Pulsatilla D30 drauf, Bryoria D30, Kalium bi, D30 und Belladonna D30, und überall ist dasselbe drin. Überall habe ich eine Flasche mit Alkohol. Ja, es ist wie bei den Büchern.

Überall habe ich dasselbe Papier, es wiegt vielleicht unterschiedlich, es ist das gleiche Material. Und bei Schallplatten lässt sich das Beispiel ebenfalls durchführen. Nur überall ist eine andere Information drauf. Und das ist es in der Homöopathie auch.
Und unser Beispiel weitergeführt heißt, wenn Sie ein Gedicht wie Goethes Faust interessiert und ich gebe es Ihnen, dann haben Sie doch, was Sie wollten, über den Träger des Buches die Information von Goethes Faust.

Nützt es Ihnen sehr viel, wenn ich Ihnen ein zweites Buch Goethes Faust gebe?
Ein drittes? Ein zehntes?
Wenn ich es Ihnen hundertstückweise mit Lastwagen anliefere und Sie zuhause die Wände voll mit immer den gleichen Büchern haben? Haben Sie dann mehr? Begreifen Sie dann Goethes Faust besser? Oder ist er dann für Sie eindrucksvoller?
Was haben Sie von dem, was über den einen Goethes Faust hinausgeht? Nichts. Es ist ja immer das gleiche. Sie haben mehr Material zum Verheizen. Aber Sie haben nicht mehr, was Goethes Faust betrifft.

Lassen Sie uns nach diesem einfachen Beispiel zurückgehen zur Homöopathie. Wenn wir einen Arzneistoff haben, dann ist dieses Arzneimittel in seiner Summe mehr als irgendein Konglomerat von chemischen Bestandteilen, etwas, was die heutige analytische Chemie und Pharmazie immer wieder überdehnt hat. Eine Pflanze ist doch in sich eine Individualität.

Auch so wie ein Mensch. Und besitzt deshalb Körper, Seele und Geist; eben Bewusstsein, die Individualität. Die Seele ist in dieser Pflanze das Wesentliche. Der Körper ist nur wieder Träger und Ausdrucksmittel dieses seelischen Prinzips, dieser Individualität.
So können Sie die Individualität einer Pflanze auch riechen in ihrem individuellen Duft; die ätherischen Öle, die wieder als Heilmittel weitergegeben werden. Das Wesentliche einer Arzneipflanze oder auch eines anderen Stoffes ist eben seine Individualität, seine seelische Qualität, und nicht die Korporale. Diese ist doch nur Träger.

Genauso wie Sie die Leiche Ihres besten Freundes bereit sind einzuäschern oder einzugraben, weil Sie damit allein auch nichts mehr anfangen können, weil das Wesentliche, was Sie ein Leben lang an ihm schätzten, nun weg ist und nicht mehr im Körper; der Körper nur das Vehikel war diesen wesentlichen seelischen Momentes. Das ist bei der Pflanze genauso; das Korporale ist nicht so wichtig; das aufzubereiten als Arzneimittel ist nicht so wichtig.

Das Wesentliche, was die Arzneimittelpflanze überhaupt zur Arzneimittelpflanze macht, ist ihre individuelle seelische Struktur. Die interessiert uns.
Nun nehmen wir so eine Pflanze, bereiten daraus eine Tinktur, und verschütteln diese Tinktur mi t unserem Lösungsmittel. Dann geschieht dabei etwas: wir lösen bei diesem schrittweisen Verschütteln, oder wie wir es heute in der Homöopathie nennen Potenzieren, schrittweise die Information, das Wesentliche von dieser Pflanze, lösen wir von dem korporalen Träger. Und, damit es uns nicht verloren geht, übertragen wir es auf einen neutralen Trägerstoff. Das ist unser Alkohol. Und deswegen gilt nicht das Wort Verdünnung.

Wir bewegen uns bei jeder Potenz, die wir höher gehen, weiter weg von der stofflichen Gebundenheit der Pflanze, oder dessen, womit wir arbeiten, von diesem stofflich-materiellen Verzaubert sein. Wir erlösen das Wesentliche und übertragen es auf einen neutralen Träger. Je weiter wir diesen Prozess treiben, umso mehr kann sich bildlich gesprochen, die seelische Qualität entfalten, weiter aus der Gefangenheit des Stofflichen befreien und wird in dieser Entfaltung wieder gebunden an einen neutralen Träger.

Das ist der Grund, warum mit steigender Potenz die Arznei umso wirksamer wird. Das ist der Grund, warum eine D200 nur ein einziges Mal  gegeben wird, weil wir hier eine so hohe Entfaltung des Bildekräftekörpers würden die  Anthroposophen sagen, so eine hohe Entfaltung des Seelischen, des Wesentlichen, des Feinstofflichen haben, dass wir eine ganz andere Wirkung erzielen als mit einer niederen Potenz.
Eine niedere Potenz ist noch zu stark im Materiellen gefangen, eine D3, D4, D6, und muss deswegen noch über den Umweg des Korporalen im Menschen wirken, braucht deswegen viel mehr, immer wieder eine Gabe, immer wieder einen Impuls, damit sie wirkt, weil sie noch über das Stoffliche wirken muss. Erst in den hohen Potenzen haben wir die Freiheit der Information, der Individualität, des seelischen Prinzips.

Wir sagten am Anfang, ein Mensch erkrankt in sich, und das ist das Physische, das ist ja auch im Menschen das Wesentliche. Er ist krank, nicht sein Körper; hier demonstriert sich es nur, hier wirkt es sich aus. Wenn wir deshalb einem Patienten ein homöopathisches Arzneimittel geben, bekommt er materiell nur etwas völlig Banales; ich meine ein paar Tropfen Alkohol oder Milchzucker, ist nichts Besonderes. Aber er bekommt daran gebunden eine Information. Und zwar die Information, an der er erkrankte, die er braucht.
Und da er auf der Psychischen, auf der nicht-stofflichen Ebene in Wirklichkeit krank ist, bekommt er auch hier die Hilfe. Bekommt er auch hier das Arzneimittel.

Es sollte also an dieser Stelle klar werden, warum ein homöopathisches Arzneimittel sehr wohl wirkt und wirken kann. Weil es einfach nicht auf der stofflichen Ebene wirken will, sondern weil es Informationen vermitteln will und weil der Mensch auch an Informationen erkrankt.
Am Fehlen von Urprinzipien! Diese will ihm das homöopathische Arzneimittel! geben, damit er wieder ganz, gesund wird. Das homöopathische Arzneimittel besteht also aus Information, das ist das Wesentliche und Heilende; und einer Trägersubstanz, die auswechselbar ist.

Zur Dosisfrage: wenn Sie mit einem Kügelchen die Information bekommen, was helfen Ihnen dann „zwei Pfund“‘ weiterer Kügelchen? Was ist nun, wenn ein Kind alle Globuli vernascht oder da, wo gesagt wurde, nur einmal drei Tropfen, doch die ganze Flasche ausgetrunken wird? Schlimm ist das nicht, es ist nur unsinnig.
Am Alkohol vergiften Sie sich nicht; schlimmstenfalls bekommen Sie einen Rausch, wenn Sie ihn literweise trinken, aber von Arzneimittelvergiftung ist keine Rede. Sie werden davon nicht krank, denn die Information verhält sich wie bei den Büchern.
Wenn Sie ein Exemplar  Goethes Faust bekommen, dann haben Sie ihn doch. Was wollen Sie mit mehr? Sie werden nicht gescheiter, aber auch nicht unglücklicher, wenn Sie noch zehntausend dieser Exemplare kriegen. Das Problem liegt höchstens auf der materiellen Ebene, wenn Sie nicht wissen, wohin damit.
Wenn Sie ein Kügelchen Belladonna in Ihrem Mund zerkauen, haben Sie die ganze Information von Belladonna. Ob Sie jetzt davon mehr kriegen, das spielt keine Rolle, wenn Sie es überhaupt kriegen.  Das sollte genügen, um vielleicht Klarheit zu schaffen, was das Arzneimittel betrifft.

Die Simile-Regel

Zum Wesentlichen kommen wir jetzt erst. Dazu ein Zitat von Paracelsus.
Paracelsus lebte ein paar hundert Jahre vor Hahnemann, und schon er sagte:

„Was die  Zähne kauen, ist die Arznei nicht; niemand sieht die Arznei. Es liegt nicht am Laib, sondern an der Kraft.“

Das Wesentliche an der Homöopathie und auch das Schwierigste ist: wann mit wem welches Arzneimittel. Hier gibt es ein Gesetz, und darauf fußt die Homöopathie, das ist ihre zentrale Säule, bekannt geworden als Simile-Prinzip oder Simile-Anweisung: „Similia similibus curantur.“ „Das Ähnliche möge durch das Ähnliche geheilt werden.“

Man unterscheide bitte, nicht das Gleiche; das Gleiche ist Isopathie, das gibt es, geht aber etwas am Prinzip vorbei, das die Homöopathie so wesentlich macht.

Hier geht es um die Homöopathie, um das „homoion“, was im Griechischen „ähnlich“ heißt; „pathein“ gleich „leiden“; ein „ähnliches Leiden“ steckt in dem Wort Homöopathie, und „Similia similibus curantur“ sagt eben auf Lateinisch, dass Ähnliches durch Ähnliches geheilt werden möge.

Wie kommt so etwas zustande? Die Homöopathen unterziehen die einzelnen Stoffe, die sie in der Natur vorfinden, einer sogenannten Arzneimittelprüfung. In der Natur finden wir irgendwelche Stoffe vor und der gesunde Mensch, der gesunde Arzt nimmt nun einen dieser Stoffe zu sich, und wenn die Dosis groß genug ist, wird er krank.

Dabei bitte ich zu beachten, dass es egal ist, was Sie aus dem makroskopischen Bereich zu sich nehmen. Alles, was die Natur hervorbringt, ist Gift. Man könnte die typischen Nahrungsmittel ausklammern, aber auch das gilt nur bis zu einem bestimmten Bereich.

Alles, jede Pflanze, jedes Metall, jedes Mineral, jedes Tier ist giftig. Das Ganze ist eine Frage der Dosis. Sie brauchen die Dosis nur immer mehr zu erhöhen und Sie werden an einen Schwellenbereich kommen, der Giftwirkung zeigt. Das ist weltanschaulich sehr wichtig. Alles, was die Natur hervorbringt, ist in sich giftig, weil es in dieser materiellen Welt vorkommt. Weil in Materie verwandelt, verzaubert, eingeschlossen. Also giftig.

Und nun nimmt der gesunde Homöopath irgendeinen Stoff dieser Außenwelt in sich hinein und erkrankt an diesem Gift. Sei es Belladonna, so muss er weniger nehmen, damit er von dem Gift nicht auch noch umgebracht wird. Er muss sich an den Schwellenwert herantasten. Von einem anderen Mittel wie Kochsalz, muss er mehr nehmen. Auf jeden Fall nimmt er irgendeinen Stoff, bis er daran erkrankt. Und erlebt am eigenen Körper die Giftwirkungen dieses Stoffes.

Dieser Stoff zeigt Symptome. Auf allen Ebenen, körperlich, psychisch, geistig. Die homöopathischen Ärzte, gerade die frühen, die diese großen und vielen Prüfungen durchgeführt haben, notieren nun ganz genau diese auftretenden Symptome in allen Einzelheiten, in allen Schattierungen, die Folge dieser Eigenvergiftung sind. Bezogen auf alle Bereiche zeigt sich ein Vergiftungsbild, das möglichst vollständig mit allen Einzelheiten aus der materiell-körperlichen, psychischen und geistigen Ebene protokolliert wird. Ein gewisser individueller Anteil ist immer dabei, doch wenn das mehrere machen, wird sich zeigen, dass die Vergiftungsbilder mindestens untereinander ähnlich sind, wenn nicht in jedem einzelnen Symptom gleich.

Dennoch wird sich mit der Zeit ein charakteristisches Vergiftungsbild eines bestimmten Stoffes aufzeigen lassen. Ein Vergiftungsbild, das nun ein Arzneimittelbild genannt wird.
Wenn wir diesen Stoff, der so am Gesunden geprüft wurde, homöopathisch potenzieren, d.h. in der vorher geschilderten Weise zu einem Medikament verarbeiten, dann gibt der Homöopath dieses Mittel genau dann einem Kranken, wenn dessen Symptome – obwohl er sich nicht vergiftet hat mit diesem Mittel – eine hohe Ähnlichkeit aufweisen mit jenem geprüften Vergiftungsbild. Und er wird dadurch gesund.

Das ist metaphysisch sehr wichtig: wir setzen das in Bezug zum Polaritätsgesetz. Auf der einen Seite steht der gesunde Arzt; er nimmt von außen in der materiellen Form einen Stoff zu sich, erkrankt und zeigt ein spezifisches Symptomenbild, die eine Seite.
Auf der anderen Seite steht ein Kranker, mit einem spezifischen Symptomenbild. Sind sich beide Symptomenbilder ähnlich, das des Gesunden, der durch den Stoff krank wurde, und das Symptomenbild dessen, der krank ist, dann braucht dieser Kranke das Mittel, dass beim Gesunden solche Symptome hervorruft, in der potenzierten Form. Und der Kranke wird gesund.

Wir haben hier eine sehr reizvolle doppelte Polarität. Das Gift, das den Gesunden krank macht, wird zum Heilmittel für den Kranken und macht ihn gesund. Was ist dieser Vorgang, der eine Substanz vom Giftigen in den Heilungsbereich umpolt? Das Potenzieren!

Daraus ersehen wir vielleicht, was beim Potenzieren eigentlich geschieht. Beim Potenzieren wird ein Stoff erlöst. Denn Mikrokosmos – der Mensch – steht einem Makrokosmos  gegenüber, der im Grunde nicht gleich, sondern ähnlich ist. Dieser Makrokosmos ist in seiner materiellen Form etwas Gestürztes, etwas „Sündiges“, etwas Verzaubertes.

So tritt uns in der einzelnen Pflanze, im einzelnen Mineral, ein Urprinzip entgegen, das verzaubert und daher giftig ist. Nimmt nun der homöopathische Arzt diesen Stoff und potenziert ihn, erlöst er das Prinzip aus seiner stofflichen Umklammerung, vollführt an ihm einen Erlösungsprozess, und so wird das, was eben noch irdisches Gift war zum Heilmittel durch den Vorgang des Potenzierens.

Auf dem Weg des Simile-Prinzips muss der homöopathische Arzt beim Kranken schauen, wie sieht dessen Symptomenbild als Ganzes aus, und dann irgendeinen Stoff in dieser Welt suchen, der in der Vergiftungserscheinung diesem Symptomenbild ähnlich ist.

Das können wir nur verstehen in der Entsprechung Mikrokosmos – Makrokosmos.
Der Mikrokosmos Mensch erkrankt immer nur daran, dass er ein Urprinzip nicht versteht, ein Urprinzip nicht integriert hat in sein Bewusstsein. Daran erkrankt er.
Im Makrokosmos finden wir in allen Entsprechungen das, was wir im Menschen finden, nur in einer anderen Ausdrucksform. So wird der Makrokosmos zu einer Art Ersatzteillager des Menschen.

Erkrankt er an einem Prinzip, so fehlt ihm das. Weswegen der Arzt den Patienten fragt: „Was fehlt Ihnen?“ Witziger weise geben darauf alle Patienten falsche Antworten. Sie geben darauf die Antwort, was sie haben.
Der Arzt fragt: „Was: fehlt Ihnen?“, und der Patient antwortet: „Ich habe Kopfschmerzen“.
Es ist eine falsche Antwort, denn der Arzt hat ja nicht gefragt „was haben Sie“, sondern: „Was fehlt Ihnen?“ Und es fehlt ihm ein Urprinzip.
Und deswegen gibt er falsche Antworten, weil er es nicht durchschaut, weil er es nicht weiß. Es fehlt ihm ein Urprinzip, deswegen ist er ja krank. Daher muss der homöopathische Arzt Ausschau halten nach dem fehlenden Urprinzip. Und er muss Ausschau halten, wodurch wird dieses fehlende Urprinzip im makrokosmischen Bereich repräsentiert, ausgedrückt. Das kann eine Pflanze sein, ein Mineral oder ein Tier oder ein Gift, und das muss er suchen. Wenn er es gefunden hat, aufgrund der Ähnlichkeit, kann er in der erlösten Form, aus dem Makrokosmos das geben, was im Mikrokosmos erkrankt ist.

Das ist Homöopathie. Das fordert von der Homöopathie, den ganzen Makrokosmos zu potenzieren. Das jagt dem Homöopathen Angst ein, denn wir haben schon so viele Mittel und Arzneimittelbilder, und dennoch gibt es nur eines: weiterprüfen! Alle makrokosmischen Stoffe in ihrer Giftwirkung zu prüfen und in der potenzierten Form bereit zu halten, wenn ein Mensch gerade an diesem Prinzip erkrankt.

Homöopathie als Heilsgeschehen

Was geschieht konkret im Kranken und bei der Heilung?
Der Mensch besitzt als Mikrokosmos die Summe aller Urprinzipien. Wenn nun eines dieser Urprinzipien verdummt, bis in den materiellen Bereich stürzt, heißt es konkret beim Menschen, dass er erkrankt. Denn es spielt sich tatsächlich folgendes ab: ein Urprinzip verstofflicht  sich im Menschen, stürzt in die Dummheit, in die Materialität, und äußert sich im Körper als materielles Gift.

Vergiftet diesen Körper und zeigt damit Vergiftungssymptome. Es geschieht also etwas Ähnliches, was der Arzt von außen bei sich herbeigeführt hat, die Vergiftung. Dem Patienten fehlt auf der Ebene des Bewusstseins dieses Prinzip, denn es ist ja gestürzt und wirkt im materiellen Bereich als Gift und Störfaktor.

Nun sucht der homöopathische Arzt aufgrund der Ähnlichkeitsregel jenes Prinzip aus dem Makrokosmos heraus, in seiner materiellen Form, potenziert es, erlöst es, befreit es aus der stofflichen Form und gibt es so dem Patienten zurück. Damit hat es der Patient wieder dort, wo es ihm fehlte, und es kann auf der körperlichen Ebene das dumm-gewordene Prinzip ausgeschieden werden.

Das ist tatsächlich nachweisbar und nicht nur eine Theorie, es wurde schon von Dr. Bier nachgewiesen. Wenn er einem Patienten, der Schwefelsymptomatik zeigt, potenzierten Schwefel als D200 verabreicht, wo nun wirklich kein Molekül Schwefel drin ist, sondern nur die Information des Schwefels, dann scheidet der Körper messbar korporalen Schwefel aus, weil wir die Information des Schwefels homöopathisch eingegeben haben.

Das Simile-Prinzip, das von Hahnemann so deutlich formuliert wurde, finden wir schon ein paar Jahrhunderte früher bei dem großen Eingeweihten Paracelsus: „Auf keine Weise wird eine Krankheit „per contraria“ (also mit entgegengesetzten Mitteln) geheilt, sondern mit Hilfe des Simile.“

Sie finden bei Paracelsus bereits in der wörtlichen Form die Simile-Regel, den gesamten Gedankengang und die gesamte Weite der Homöopathie bis hinein in das Mitleiden des Arztes, der durch seine Ähnlichkeit den anderen heilen kann, weil ich im Leid ähnlich wurde.

Prinzip der Erkenntnis

Der Mensch ist hineingestellt in Polarität. Der Mensch ist in seinem Bewusstsein gespalten, wie es das Gehirn auch demonstriert, offenbart durch seine zwei Hälften, und er ist abhängig von der Polarität. Der Mensch kann Einheit nicht denken, nicht wahrnehmen, sich nicht vorstellen. Er hat keinen Zugang zu Einheit, er kennt nur Polarität. Alles offenbart sich ihm in gegensätzlichen Polaritäten, in zwei Polen. So eine Polarität muss immer in einer Einheit stehen, im alleinigen Gott.

Der Mensch soll sich in dieses Idealbild hineinentwickeln. Dabei soll man nicht immer davon ausgehen, dass gerade Herr X oder Frau Y auch ein Abbild Gottes wäre. Über Umwege hat ein jeder Ähnlichkeit mit der Grundidee. Was als Mensch geschaffen wurde, ist das vollkommene Menschenbild. Das ist ein Ideenbild, eine Uridee, die geschöpft wurde, die mit dem materiellen Menschen auch gar nichts gemein hat.

Im Paradies gab es nur Einheit. Erkenntnis ist nur möglich, durch die Trennung von Erkanntem und Erkennenden, zwischen Subjekt und Objekt, durch den Schritt aus der Einheit in die Polarität, in die materielle Welt. So ist auch Sünde die Absonderung von der Ureinheit, Absonderung von diesem einheitlichen kosmischen Bewusstsein, Sünde ist der Schritt von der Einheit in die Zweiheit, erkauft für die Erkenntnis.

Das wird auch häufig missverstanden und führt zu falschen Interpretationen. Der Mensch ist erkennend geworden durch Sünde (Adam und Eva). Die Sünde ist der Preis für die Erkenntnis. Ohne Sünde keine Erkenntnis. Wir haben immer nur die Wahl, Erkenntnis; dann mit Sünde. Oder in Einheit bleiben, das hat aber dann mit Erkenntnis nichts zu tun. Dann ist man einfach und dann auch unsündig.

Der Mensch hat sich für den Weg der Erkenntnis entschieden, er wurde vergiftet von der Erkenntnis, was gut und was böse sei, und stürzte damit.  Dieser Sturz in die materiellen Welten machte mit uns auch die gesamte materielle Natur. Der Mensch ist krank, weil er aus der Einheit stürzte. Der Mensch hat nicht, wie uns viele einreden wollen, die Entscheidung zwischen Gesundheit und Krankheit.  Der Mensch ist krank bereits dann, wenn er sich vorfindet. Weil Krankheit im konkreten Sinne nur das mikrokosmische Abbild, der mikrokosmische Nachvollzug dessen ist, was makrokosmisch als die Mythologie des Sündenfalls geschehen ist.

Dieser metaphysische Schritt zeichnet sich in jedem einzelnen Leben und jedem einzelnen Menschen wieder in mikrokosmischer Kontur als Krankheit. Der Mensch ist krank, wie die ganze Natur als Natur krank ist, weil materiell. Es ist naiv, lächerlich, wenn der Mensch glaubt, er stünde vor der Frage, gesund zu bleiben oder krank zu werden. Er findet sich bereits als Kranker vor, weil er Mensch ist. Die Krankheit ist ein dem Menschen aufgeladener „Fluch“ und der Heilende, der Arzt kann im Einzelfall einem diese Last der Krankheit abnehmen und überträgt sie damit unwissend bereits einem anderen. So kann die Summe des Krankseins nicht weggenommen werden. Der Mensch steht nicht vor der Entscheidung, ewig gesund zu bleiben, sondern er findet sich in der Krankheit vor.

Im homöopathischen Denken kann er wieder nur dadurch geheilt werden, woran er erkrankte. Man sagt, er erkrankte makrokosmisch an der Erkenntnis, und darum ist es die Erkenntnis, die ihn wieder zur Gesundheit führt. Er erkrankt am Wissen, es ist das gleiche Gift, das transmutiert wird zum Heilmittel. Er erkrankte an der Schlange, die sich vom Baum der Erkenntnis im Paradies herabwand, und es ist die gleiche Schlange am Äskulapstab, die wieder aufgerichtet werden muss, und den Menschen zum Heil führen muss.

Der Mensch ist nur deswegen heilbar, und das meine ich auch im Sinne von heiligungsfähig, weil er krank ist. Krankheit und Heilung bedingen sich gegenseitig, Deswegen ist es nicht klug, immer nur ewige Gesundheit erkämpfen zu wollen, sondern der Mensch ist aufgefordert, die Krankheit zu transmutieren in Heil. Ohne Krankheit keine Gesundheit, ohne Krankheit keine Heiligungsfähigkeit.

Der Mensch ist erlösbar und heilbar deswegen, weil er krank ist und nicht umgekehrt. Krankheit ist eine Aufforderung und muss durchgelebt werden, durchschritten. Man kann nur dadurch zur Erlösung kommen, dass man eben das, was einen krank macht, benutzt und umpolt, um daraus die Gesundheit wieder zu erlangen.

Die Schlange, die im Paradies das ganze Verhängnis einleitete, ist es, die uns auch wieder herausführt. Es ist das Gift, das krankmacht, das auch gesundmacht. Und das ist der Weg der Homöopathie und das ist der Weg des Christus, Gott wurde dem Menschen ähnlich, nicht gleich!
Er wurde ein ähnlich Leidender, er wurde in seinem Leid und in seinem Leben dem Menschen ähnlich, und ihm dadurch zum Heilmittel. Sein Blut und sein Körper, der im Leid, im Kranksein dem kranken, leidenden Menschen ähnlich wurde, werden seit 2000 Jahren ständig homöopathisch potenziert und gebunden an den Träger der Hostie und des Weines im Abendmahl als Heilsmedizin einverleibt.

Und deswegen möchte ich diese Gedankengänge schließen mit einem Satz von Herbert Fritsche: „Leidvermeiderei, wie und wo sie sich auch immer offenbare, zeigt stets an, dass der, der sie betreibt, ein grundsätzlich Uneingeweihter ist!“